Informationen zur Spielabsage Damen1 vom 17. Oktober 2020

Eine Spielabsage mit unklarem Ausgang – Quo vadis Saison 2020/21

In den letzten Jahren waren Spielabsagen bzw. Spielverlegungen in fehlenden Hallenkapazitäten oder Verletzungen mehrerer Spielerinnen begründet. Am letzten Wochenende mussten Germersheims Oberliga-Volleyballerinnen bereits zum 2. Mal in dieser Saison eine kurzfristige coronabedingte Spielabsage des Gegners hinnehmen. Verständlicherweise gibt es keine konkreten Hintergrundinformationen, ob es eine Vorsichtsmaßnahme bezüglich Risikogebiet ist oder ob tatsächlich ein Verdachtsfall oder eine Infektion beim Gegner vorliegt. Das muss auch mehr als nur respektiert werden. Es ist aber auch eine Form der Spielabsage, die diese Saison prägen könnte und möglicherweise auch wird. Mit zunehmender Saisondauer wird eine Frage immer wichtiger und vordergründiger werden: Quo vadis Saison 2020/21 – Wie wird die Saison verlaufen und enden?

Der Hamburger Volleyballverband hat kürzlich in seinem Verbandsgebiet die Saison als freiwillig ohne Wertung hinsichtlich Auf- und Abstieg deklariert. In der 3. Liga trat der SV Fellbach beim TSV Speyer nicht an, da die Spieler im Stuttgarter Risikogebiet leben. Beide Vereine waren sich über eine Verlegung einig, nur der Staffelleiter stimmte nicht zu und bestrafte Fellbach mit einer 0:3-Niederlage wegen Nichtantretens – Fellbacher Protest ist da nicht ausgeschlossen. Diese unterschiedlichen Handhabungen zeigen vielleicht auch, dass auch auf Ebene der Verbandsfunktionäre noch keine einheitliche Meinung und Vorgehensweise herrscht.

Auf Germersheimer Seite gibt es da – wie eigentlich in der gesamten Liga – keine zwei Meinungen. Trainerin Karin Träber und Mittelblockerin Evelyn Kuhn sind sich einig, dass Gesundheit vorgeht: „Auch wenn die Absage am Freitag kurzfristig kam und wir im ersten Augenblick enttäuscht waren , sind wir klar der Meinung, dass der Schutz aller Beteiligten absolute Priorität haben muss. Nicht auszudenken, welche privaten, aber auch berufliche Folgen eine Infektion haben könnte. Beim Thema „Lohnausfall wegen Quarantäne“ dürfte der Spaß dann eher aufhören.“ gibt Träber einen Ausblick in ihre Gefühls- und Meinungslage. Ihre Spielerin Evelyn Kuhn unterstreicht das noch: „Bei allem sportlichen Ehrgeiz würden wir natürlich gerne eine halbwegs normale Saison spielen. Aber trotzdem ist der Volleyballsport für uns alle am Ende nur ein Hobby. Und dieses wollen wir auch noch in Zukunft gesund ausüben können. Insofern habe ich vollstes Verständnis für jede coronabedingte Absage.“
Beide könnten sich im übrigen auch mit einer ähnlichen Regelung wie beim Hamburger Verband anfreunden. Ob dies kommen könnte, hängt sicherlich auch von der Entwicklung der Fallzahlen in den nächsten Wochen ab. Eine kurz- bis mittelfristige Planung ist nicht so leicht und manchmal muss man eben tagesaktuell Entscheidungen treffen. Man muss sich aber wohl auf allen Ebenen, insbesondere auch auf Funktionärsebene, Gedanken über ein Worst-Case-Szenario machen. Man darf gespannt sein, welche Möglichkeiten für die nächsten Monate erarbeitet werden und welche Entscheidungen getroffen werden.