Vier Podiumsplätze bei Bezirks-Mehrkampf-Meisterschaften

Die erfolgreichen Leichtathleten bei den Bezirks-Mehrkampfmeisterschaften

Am Samstag, dem 17.09.2022, fanden in Bad Bergzabern die Bezirks-Mehrkampfmeisterschaften der Bezirke Süd- und Vorderpfalz statt. Auch die Turnerschaft war mit insgesamt sieben Athleten, von denen sich vier einen Podiumsplatz erkämpften, stark vertreten.

Bei äußerst wechselhaftem Wetter erreichte Leon Popp (M13) den ersten Platz und ist somit Bezirksmeister 2022. Er rannte 10,75s über die 75m, sprang 4,09m weit und sprang 1,37m hoch. Vor allem in seiner Spezialdisziplin, dem Schlagballwurf, glänzte er mit einer Weite von 47m!

Mia Vogt (W11) zeigte direkt an ihrem ersten Wettkampf für die Turnerschaft Germersheim was sie kann und belegte den zweiten Platz in ihrem Jahrgang. Mia rannte 7,70s auf 50m, warf 19m weit und sprang herausragende 3,99m weit!

Auch Benjamin Wien (M13) erkämpfte sich den zweiten Platz im Bezirk Südpfalz mit einer Zeit von 10,99s auf 75m, 3,62m im Weitsprung und 27,5m beim Schlagball, eine starke Leistung!

Der letzte Podiumsplatz unseres Vereins ging an Leon Remm (M12), der sich mit 11,68s beim Sprint, 3,34m im Weitsprung und 22,5m beim Schlagball bewies und somit den dritten Platz erreichte.

Abgesehen von den Podiumsplätzen erreichte Hanna Pertermann den achten Platz mit 8,10s auf 50m, 3,35m im Weitsprung und 16m beim Schlagball. Auch Paul Willy (M11) und Bastian Zinser (M10) schlugen sich bei seinem ersten Wettkampf wacker und erreichten schlussendlich Platz 19 und 16 in ihren Altersklassen.

Die erfolgreichen Leichtathleten bei den Bezirks-Mehrkampfmeisterschaften
Die erfolgreichen Leichtathleten bei den Bezirks-Mehrkampfmeisterschaften

Dazu noch einige Zeilen zum Wettkampf aus der Sichtweise eines Vaters, verfasst von Alexander Zinser:

Der erste Wettkampf – Erfahrungen eines jungen Leichtathleten

Der TV Bad Bergzabern war am Samstag Ausrichter der Bezirks-Mehrkampfmeisterschaften. Ein junger Athlet der Turnerschaft Germersheim hat dabei als Neunjähriger das erste Mal bei der U12 Wettkampfluft geschnuppert. Beim Dreikampf sammelte er dabei einige Erfahrungen. Aber auch insgesamt war einiges geboten im Stadion.

Der junge Athlet – nennen wir ihn Bastian – war spürbar nervös vor seinem Wettkampf, zumal er mit 9 Jahren noch einer der jüngsten Athleten im Teilnehmerfeld ist. Zeitgleich mit der ersten Disziplin im Weitsprung setzt der erste kurze Regenschauer ein. Den Kindern macht das aber nichts aus, denn sie sammeln sich unter einer Vielzahl von Regenschirmen der Betreuer und Trainer. Schnell lässt der Regen nach und die Nachwuchsathleten fliegen wieder in die Sprunggrube. Parallel dazu zeigen die älteren Hürdensprinter bis zur U20 bzw. den Erwachsenen, wie schnell sie über die Hürden springen können. Deutlich ist der Pistolenschuss des Starters zu hören. Das mag für Bastian ungewohnt gewesen sein, denn beim ersten Schuss zuckt er erschrocken zusammen und schaut sich erst mal um. Ein kurzer Blick zu den Betreuern Samuel und Pascal lässt den ersten Schrecken verschwinden. Merke: Schüsse gehören bei Sportfesten dazu.

Auf den Rängen stellt Bastians Vater erstaunt fest, dass es auch Jahrzehnte nach der eigenen Leichtathletikzeit immer noch genug Eltern und Trainer gibt, die die Kinder fast schon übertrieben ehrgeizig beim Sprint nach vorne brüllen und in den technischen Disziplinen immer wieder Anweisungen geben. Als Trainer normal, aber ob das Aufgabe der Eltern auf den Zuschauerrängen ist, ist die andere Frage.

Bastian lernt im 50-Meter-Sprint, dass auch Kampfrichter nicht unfehlbar sind. Sein Lauf muss wiederholt werden, da der Starter die Jungs losgeschickt hatte, bevor die Zeitnehmer im Ziel überhaupt bereit waren. Nach kurzen hektischen Diskussionen war klar, dass der Lauf wiederholt wurde. Für Bastian ein Glücksfall, denn er kann nicht nur weitere Erfahrung sammeln, sondern kommt beim 2. Versuch auch besser aus dem Startblock. Merke: Der Start ist beim Sprint eine gute Grundlage. Gegen ältere und erfahrenere Athleten hat er aber trotzdem das Nachsehen. Aber das macht nichts, denn heute geht es nur darum, die Atmosphäre aufzusaugen und Erfahrungen zu sammeln.

Vom Sprint geht es für alle Jungs direkt zum Ballweitwurf. Der Zeitplan ist eng gesteckt, aber Ausrichter und Kampfrichter schaffen es, dass die Disziplinen geordnet und ohne große Verzögerungen über die Bühne gehen. Bastian und auch andere Kids lernen, dass ein ordentlicher Wettkampf nur mit Disziplin erfolgreich sein kann. Für Hampeleien zwischen den einzelnen Versuchen ist kein Platz. Alle Jungs warten nach jedem Versuch ordentlich in der Schlange auf den nächsten Wurf.

Drumherum hört man immer wieder den Stadionsprecher, der hoch erhoben in seiner Kabine neben der Sprintbahn sitzt. Lauf für Lauf nennt er die Athletinnen und Athleten und stellt sie vor. Beim Hochsprung der U14-Mädchen liegen Freud und Leid nah beieinander. Während eine Athletin Höhe um Höhe im ersten Versuch absolviert, hadert ein anderes Mädchen ab einer gewissen Lattenhöhe mit ihrem Anlauf. Da hilft auch das gute Zureden ihres Trainers nicht. Später hört man sie sagen, dass sie einfach zu nervös war. Während im Innenbereich teilweise hektisch-aktives Treiben herrscht, sind die Helfer im Vereinsheim die Ruhe in Person. Eltern und Kinder können sich hier nach dem Wettkampf eine kleine Stärkung gönnen. Man merkt, dass die Helfer hier allesamt Erfahrung haben. Nebenan hängen die ersten Ergebnislisten aus. Bastian schaut mit seinem Vater seine Punktzahl nach 2 von 3 Disziplinen an. Chancen auf eine vordere Platzierung hat er nicht, aber das ist auch völlig egal. Denn heute hat Bastian eine wichtige Lektion gelernt: Dabei sein, sich über seine eigenen Leistungen zu freuen und dabei auch noch erstmals Wettkampfatmosphäre zu schnuppern, ist für ihn viel mehr Wert, als verbissen um jeden Zentimeter, jede Zehntelsekunde und jeden Meter zu kämpfen. Stolz hört man ihn sagen: „Papa, es hat mir Spaß gemacht und ich bin zufrieden.“ Was gibt es schöneres als ein Kind, dass trotz Wettkampf einfach nur Spaß am Sport hat. Und wer weiß, ob diese innere Motivation beim nächsten Sportfest nicht zu besseren Leistungen führt.